Spontaner Segen, Trauungen und Taufen trotzen der Hitze

veröffentlicht 26.06.2026 von Christian Weise, Dekanat Rheingau-Taunus

Klaus Koch und Elisabeth Scheid haben sich spontan entschieden. Trotz der großen Hitze sind sie nach Idstein gekommen und lassen ihre Ehe spontan segnen. Pfarrerin Irina Vöge ist beeindruckt von so viel Liebe. Über 30 Paare sind der bundesweiten Aktion „einfach heiraten“ gefolgt und nach Idstein gekommen.

Elisabeth und Klaus sitzen im Schatten der Unionskirche unter einem Pavillon und lassen sich für ihre Partnerschaft Gottes Segen zusprechen. Gemeinsam flechten sie ein gelb-violettes Band um ihre Handgelenke und sprechen sich ein Segensritual zu: „Ich flechte mein Leben in deines und meine Liebe mit hinein“, spricht Klaus Koch. „Ich freue mich, über dich und bin dankbar, mit dir zu leben“, führt Elisabeth Scheid fort. „Mit dem Band der Liebe verbindet ihr euch“ betont Irina Vöge.“ Musiker Karlheinz Theobald spielt nach dem Paarsegen noch  das Lied „Love me tender“ und singt mit, so dass das Lied fröhlich über den Löherplatz  der Idsteiner Altstadt hallt.

In der etwas kühleren Unionskirche ziehen derweil Eduard und Liane zur Musik von „A Thousand years“ ein, die Musiker Sebastian Höwer am Flügel spielt. Luftballons und zahllose Kerzen geben der ohnehin schmuckvollen Unionskirche einen noch festlicheren Rahmen. Prädikantin Renate Sieb erzählt, dass die beiden ihre Beziehung bewusst unter Gottes Leben stellen möchten. Beide kennen sich noch nicht so lange und sind fasziniert, wie viel Liebe sie füreinander empfinden und geschenkt bekommen. „Ihr beide wollt euch einander anvertrauen. Ihr bringt viel Lebenserfahrung mit, habt vieles erlebt und erbittet den Segen Gottes für eure Liebe, am liebsten euer ganzes Leben lang“, freut sich die Liturgin. 

„Segen ist kein Zauberspruch“

„Der Segen ist keine Magie, kein Zauber, keine Garantie für ein Sorgenfreies Leben“, macht Daniela Opel-Koch deutlich. Segen sei vielmehr der Kontakt zu Gott. „Wenn wir offen für Gott sind, dann kann er in unser Leben wie eine Erfrischung hineinkommen“, so die Seelsorgerin. 


Menschen erbitten auch Segen für Trennungssituation

Es kommen an diesem heißen Tag nicht nur Menschen, die ihre Beziehung segnen lassen möchten. Mehrere Menschen kommen alleine, bitten um ein Gespräch und um einen „Trennungssegen“. „Sie bitten um Gottes Begleitung für den neuen Weg, der auch ein Neuanfang sein kann“, so Pfarrerin Ingrid Stöfen. 

Neben spontanen und angemeldeten Segen, lassen sich auch zehn Paare trauen, ein Paar feiert gleichzeitig auch die Taufe ihrer Kinder. Ein anderes Paar feiert ihren 30. Hochzeitstag, andere sind werdende Eltern und möchten sich unter den Schutz Gottes stellen. 

Für jedes Paar gibt es an diesem Tag einen von Gemeindesekretärin Anna Blümm gebackenen kleinen zweistöckigen Hochzeitskuchen sowie eine Erinnerungsurkunde. Im Wartebereich gibt es Hochzeitstorten, alkoholfreien Sekt und einen Imbiss. Andreas Koch von der Kirchengemeinde setzt die Paar professionell in rechte Fotolicht.